Halbjahres-Update Kompakt zur HVB Vermögensverwaltung.
Claudia Barth:
Guten Tag und herzlich willkommen zu unserem Halbjahres-Update Kompakt. Mein Name ist Claudia Barth, ich bin Expertin für Anlagelösungen in der HypoVereinsbank ‚onemarkets‘. Wenn Sie das ausführliche heute stattgefundene Halbjahres-Update zur HVB Vermögensverwaltung verpasst haben oder aber die wichtigsten Inhalte noch einmal kompakt zusammengefasst haben wollen, dann sind Sie jetzt hier genau richtig.
Ja, die ersten sechs Monate dieses Jahres waren erneut geprägt von geopolitischen Konflikten, einem dynamischen Inflations- und Zinsumfeld sowie dem zunehmenden Einfluss von künstlicher Intelligenz auf Wirtschaft und Kapitalmärkte. Über diese spannenden Themen spreche ich in den kommenden, ja circa 15 Minuten mit vier ausgewiesenen Experten: Eric Haubold, Chief Investment Officer der UniCredit in Deutschland, Thomas Strobel, Investmentstratege, Andreas Heinold, Aktienstratege, und Thomas Scharf, Anleihenstratege der UniCredit Deutschland.
Erik, als Chief Investment Officer, nun ungefähr zwei Monate im Amt. Meine erste Frage gleich mal an dich. Unsere Investmentphilosophie war ja die letzten sechseinhalb Jahre sehr klar und benchmark-geprägt. Was behältst du bei und wo wirst du gegebenenfalls auch Anpassungen vornehmen?
Erik Haubold:
Vielen Dank, Claudia, und danke, dass wir diesen Call auch für Sie heute hiermit umsetzen können. In der Tat sprichst du mit deiner Frage zur Investmentphilosophie einen wichtigen Punkt an. Gerne ordne ich diesen kurz in unsere ganzheitliche Strategie ein.
Für uns als Team, zusammen mit den Kollegen in der UniCredit Gruppe, ist es wichtig, die Struktur der Vermögensverwaltung mit drei Schwerpunkten fortzuführen. Zuallererst im Fokus stehen dafür unsere wertgeschätzten Kunden, die Unterstützung ihrer Anliegen, die Zusammenarbeit auch mit den Beratern vor Ort und die Bereitstellung transparenter Informationen, war und ist für uns die höchste Priorität. Als zweiten Punkt streben wir danach, das Vertrauen unserer Kunden in uns als Team der Investmentanlage und der Vermögensverwaltung weiter auszubauen. Dabei wollen wir sowohl die Nachhaltigkeit der Wertentwicklung sicherstellen, aber auch das Produktangebot und die Qualität stetig verbessern und erweitern. Hier haben wir neben den lokalen Teams auch qualifizierte Unterstützung aus der UniCredit Gruppe, wodurch für unsere Kunden mehr als 100 Mitarbeiter täglich für Service, Wertsteigerung und Produktentwicklung arbeiten.
Damit wollen wir dem Vertrauen unserer Kunden in uns Rechnung tragen. Das bedeutet zusammengefasst, wir bleiben unseren grundlegenden Werten der Investmentstrategie treu, fokussieren uns mit vereintem Wissen darauf, die Vielseitigkeit des Marktes und die unterschiedlichen Geschehnisse einzuordnen, um diese durch klare Prozesse und gute Analysen im Portfolio aufzugreifen.
Abschließend ist mir auch der Punkt Innovation und Zukunftssicherheit wichtig. Wir erleben aktuell alle, wie schnell sich Technologie entwickelt. Diese Marktentwicklungen zu verfolgen, deren Vor- und Nachteile zu prüfen, den Wettbewerb zu beobachten und für eine positive Produkt- und Wertentwicklung zu nutzen, sind hierbei unsere vordergründigen Ziele. Es geht uns nicht darum, auf jeden Hype aufzuspringen, sondern die Anlage unserer Kunden zukunftssicher und zukunftsorientiert zu gestalten. Daher sind die Kernschwerpunkte, Fokus auf unsere Kunden, ein vertrauensvolles Produkt mit individuellem Service und eine zukunftssichere Gestaltung ihrer Anlage.
Claudia Barth:
Erik, vielen Dank schon mal dafür. Jetzt ist‘s natürlich so, dass Anlagen an der Performance gemessen werden. Wie bist du denn zufrieden mit der Vermögensverwaltungsperformance im ersten Halbjahr und wie haben sich denn die einzelnen Varianten entwickelt, also gerade auch im Wettbewerbsvergleich?
Erik Haubold:
Ich denke, was wir alle erlebt haben, das erste Halbjahr war ein sehr herausforderndes mit vielen wirtschaftlichen und geopolitisch geprägten Themen. Gerade hier hat sich aus unserer Sicht gezeigt, dass ein erfahrenes Team an Experten nachhaltige und stabile Entscheidungen fällt, die erneut in den ersten sechs Monaten zu einem tollen Ergebnis in der Vermögensverwaltung geführt haben.
Wenn wir eine detaillierte Betrachtung der unterschiedlichen Produktsegmente vornehmen und das Unterteilen in Varianten, die wir anbieten, von einer Aktienquote ‚Max. 0‘ bis zur ‚Max. 100‘, zeigen wir ganzheitlich ein positives Ergebnis. Trotz der geopolitischen Spannungen konnten wir, auch unterstützt durch die Marktentwicklung der letzten Wochen, eine Wertentwicklung in der Vermögensverwaltung zwischen 1% in der ‚Max. 0‘ bis hin zu knapp 10% in der ‚Max. 100‚ erzielen.
Wenn man das mal auf einen langfristigen Rahmen im Vergleich setzt, sieht man hier, dass die Betrachtung der letzten zehn Jahre, beispielsweise für die Variante ‚Max. 100‘, eine starke und nachhaltige Performance mit insgesamt über 120% erzielen ließ. Dabei kam es natürlich auch zu Schwankungen der Wertentwicklung in den einzelnen Jahren. Aber mit einer klaren Handschrift und der Kontinuität des Teams hat sich die Investition unserer Kunden positiv ausgezahlt. Und diese Wertentwicklung ist auch unser Anspruch.
Unser Dank hingegen gilt unseren Kunden, denn auch für sie war das erste Halbjahr in 2026 sicherlich nicht minder aufregend und wahrscheinlich auch stark medial durch viele unterschiedliche Herausforderungen geprägt. Und auch unsere Kunden sind ruhig geblieben, haben ihren Beratern und uns sowohl bei der Betreuung als auch beim Produkt vertraut. Das macht uns stolz, was ich an dieser Stelle gerne auch als Dank des gesamten Teams an unsere Kunden weitergeben möchte. Das hat uns geholfen, im Wettbewerb unsere Position als einer der Top-Anbieter auszubauen, gleichzeitig die Bedeutung der Vermögensverwaltung in der Bank zu unterstreichen. Denn dank ihnen und unserer Performance konnten wir das Volumen der von uns gemanagten Produkte über 15 Milliarden in Deutschland und auf über 50 Milliarden in der Gruppe steigern.
Claudia Barth:
Vielen Dank, Erik. Jetzt kommen wir doch mal stärker noch auf die Märkte zu sprechen und da denke ich natürlich gleich zuerst an Thomas Strobel, der das Ganze makroökonomisch einordnet. Thomas, das geopolitische Thema des Jahres, die Straße von Hormus. Wie beurteilst du die Lage denn aktuell und welche Auswirkungen sehen wir bereits bei Inflation und Notenbanken?
Thomas Strobel:
Danke dir, Claudia, erst einmal. Also, Hormus ist und bleibt, muss man sagen, ein Risikofaktor, den wir im Auge behalten müssen. Dennoch, eine dauerhafte Unterbrechung der Ölversorgung ist tatsächlich nicht unser Basisszenario. Ja, also nach dem starken Einbruch zu Beginn des Konfliktes hat sich zum Beispiel der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus zwischendurch wieder auch ein Stück weit erholt. Jetzt wieder ist er weitgehend zum Erliegen gekommen. Das heißt halt, dass diese jüngsten Spannungen, die wir in der Region sehen, sorgen tatsächlich dafür, dass weiter Risiken bestehen. Aber wir sehen diese Risiken eher als temporäre Eskalation an, mit dem Ziel, dass man mittelfristig eine Verhandlungslösung herbeiführen kann.
Für die Inflation und die Geldpolitik bedeutet das, dass eben diese höheren Energiepreise, die wir jetzt sehen, sowohl in den USA als auch im Euroraum den Inflationsdruck erhöht haben und sie werden den Inflationsdruck auch weiter hochhalten. Besonders problematisch ist es hier immer, dass halt eben die Energiekosten mit einer gewissen Verzögerung auch die Transport- und die Produktionskosten beeinflussen. Und deshalb dürfte halt die Inflation auch länger erhöht bleiben, selbst dann, wenn die Ölpreise wie in unserem Basisszenario bis Ende des Jahres wieder ein Stück weit nachgeben werden.
Die Notenbanken bleiben deshalb auch weitgehend vorsichtig. Die Fed hat jetzt aktuell die Zinsen immer unverändert belassen und sie bleibt unserer Meinung nach auch weiter immer datenabhängig. Das heißt, wir erwarten eben keine Anhebung mehr in diesem Jahr. Für die EZB ist das ein bisschen anders, die hat angesichts der höheren Inflation im Euroraum bereits schon einmal die Zinsen angehoben und auch letzte Woche auf ihrer Sitzung hat sie einen weiteren Zinsschritt signalisiert und auch dementsprechend gehen wir davon aus, dass es noch mal eine Anhebung geben wird im September diesen Jahres.
Claudia Barth:
Jetzt mal ganz abseits der geopolitischen Risiken, woher kommt das Wachstum derzeit eigentlich und welche Rolle spielt dabei das Thema künstliche Intelligenz?
Thomas Strobel:
Hier sehen wir einen deutlichen Unterschied zwischen den USA und Europa beziehungsweise dem Euroraum. Die USA profitieren aktuell sehr stark von mehreren Wachstumstreibern gleichzeitig. Also einerseits sind sie Nettoenergie-Exporteur, das heißt, sie exportieren mehr Energie als sie importieren. Sie profitieren zudem auch noch von umfangreichen KI-Investitionen und damit einhergehend Produktivitätseffekten. Und man darf nicht vergessen, dass sie auch noch einen deutlichen Fiskalstimulus und deutliche Fiskalimpulse im System haben. Das heißt, dort gibt es immer auch noch Steuererleichterungen und auch höhere Staatsausgaben, die das Wachstum stützen.
In Europa sieht das ein bisschen anders aus. Also, Europa wächst deutlich langsamer, leidet auch sehr viel stärker unter seiner Energieabhängigkeit. Also, Europa ist ein Nettoenergie-Importeur, also genau das Gegenteil zu den Amerikanern. Aber nichtsdestotrotz, auf der anderen Seite haben wir auch einige Rückenwinde in Europa, die über die Verteidigungsausgaben und die Infrastrukturinvestitionen getätigt werden, denn auch die sind hochgefahren worden.
Besonders spannend aber grundsätzlich ist das gesamte Thema KI für das Wachstum. Wir sehen jetzt inzwischen klare Hinweise, dass KI nicht nur eine Börsenstory ist, sondern auch halt in der Realwirtschaft mittlerweile angekommen ist. Das heißt, die Unternehmen investieren massiv in Rechenzentren, also in Chips, auch digitale Infrastruktur wird nachgefragt und das sieht man auch sehr schön in den Zahlen, denn allein im vergangenen Jahr lagen die privaten KI-Investitionen der USA bei rund 350 Milliarden US-Dollar. Und diese Entwicklung, die wird jetzt auch mehr und mehr im Welthandel sichtbar. Also diese stark steigenden Exporte, die wir zum Beispiel in Taiwan und Südkorea sehen, die zeigen, dass diese globale Nachfrage nach eben Halbleitern, nach Servern, nach KI-Infrastruktur sich hier manifestieren. Und damit entwickelt sich KI jetzt zunehmend zu einem eigenständigen Wachstumsmotor und damit auch zu einem eigenständigen Treiber für die internationalen Handelsströme.
Claudia Barth:
Herzlichen Dank, Thomas, quasi für den großen Blick aufs Ganze. Jetzt schauen wir mal bisschen mehr in die Details und da komme ich zu meinem nächsten Gast, Andreas Heinold. Ja, wir haben es gehört, KI, das hört man überall. Aber was war denn aus deiner Sicht das beherrschende Thema am Aktienmarkt im ersten Halbjahr?
Andreas Heinold:
Ja, danke Claudia, tatsächlich ist es künstliche Intelligenz. Also, dieser Ausbau dieser Infrastruktur, der überlagert so ziemlich alles, auch die Makrothemen wie den Konflikt im Iran und die Straße von Hormus. Hier werden gewaltige Summen investiert und ausgehend hier von den Technologiekonzernen in den USA entsteht hier ein Investitionszyklus, der weit über USA hinausstrahlt. Also er umfasst neue Sektoren, also ein Rechenzentrum aufzubauen, da braucht es Zement für das Fundament, man braucht Verkabelung, man braucht Kühlung, man braucht Kraftwerke für die Stromversorgung und deswegen sind sehr viele Sektoren davon betroffen von diesem gewaltigen Ausbau und auch ganze Volkswirtschaften. Wir denken an Südkorea, Taiwan, teilweise Japan, auch in Europa gibt es das ein oder andere Unternehmen, das davon profitiert und deswegen ist das das beherrschende Thema gewesen im ersten Halbjahr. Und wir gehen davon aus, dass uns dieses Thema auch im zweiten Halbjahr natürlich begleitet und auch 2027.
Claudia Barth:
Jetzt lass uns mal in die Vermögensverwaltung schauen. Was ist denn da auf der Aktienseite im letzten Halbjahr passiert? Wie sind wir denn da positioniert aktuell? Und natürlich auch ganz wichtig die Frage, was können wir denn aus deiner Sicht für die nächsten Monate erwarten?
Andreas Heinold:
Auf der Aktienseite im letzten Halbjahr war es ja tatsächlich so, dass wir leicht übergewichtet in der Vermögensverwaltung waren, von der Aktienseite her in einem gemischten Portfolio. Das heißt, hier spiegelt sich unsere positive Grundtendenz tatsächlich wider, die wir hier haben. Wir sehen ein sehr dynamisches Gewinnwachstum und zwar nicht nur in Europa, auch in USA und anderen Regionen dieser Welt. Und deswegen gehen wir davon aus, dass wir auch zukünftig für die nächsten sechs oder 12 Monate ein hohes Gewinnwachstum haben und sich das entsprechend dann natürlich auch in ordentlichen attraktiven Aktienrenditen widerspiegelt.
Wichtig dabei ist natürlich eine gewisse Sektor-Selektion, nicht alle Sektoren profitieren davon. Ich habe es gesagt, zum Beispiel Industrie, Technologie, auch Gesundheit könnte interessant sein, aber grundsätzlich sind wir positiv für den Aktienmarkt, für das nächste halbe Jahr und auch für die nächsten 12 Monate gestimmt.
Claudia Barth:
Vielen Dank, das ist ja ein positiver Ausblick, aber kommen wir nun von den Aktien zu den Zinsen, denn auch die spielen ja eine wichtige Rolle im Portfolio. Und dann kommen wir damit zu Thomas Scharf. Thomas, was hat sich denn auf der Anleihenseite in den letzten Monaten so konkret getan?
Thomas Scharf:
Ja, vielen Dank, Claudia. Auch an den Anleihemärkten hat sich so einiges getan. Ich denke, grundsätzlich kann man sagen, wir mussten und müssen mit steigenden Renditen leben und das gilt in diesem Jahr bis dato sowohl für längere Laufzeiten, zehn Jahre oder länger, wie auch für kürzere im ein- bis dreijährigen Bereich. Unsere Grundannahme ist ja, dass die Renditen vermutlich ein strukturell höheres Niveau erreicht haben und längerfristig sogar weiter steigen können. Und daher sind wir mit einer kürzeren Kapitalbindungsdauer im Portfolio in dieses Jahr hineingestartet und das war bis dato auch richtig und hat sich als solches auch ausbezahlt.
Wir halten neben den Staatsanleihen im Portfolio auch weiterhin Unternehmensanleihen sowie Bonds von Schwellenländern in ihren jeweiligen lokalen Währungen und auch das bringt uns einen gewissen Rendite-Trigger im Portfolio und auch mit dieser Allokation lagen wir in diesem Jahr bis dato ganz gut. Aufgrund des Rückganges der Renditeaufschläge bei Unternehmensanleihen haben wir dieses Jahr im April diese etwas reduziert und im Mai und Juni haben wir dann taktisch die Duration bei Euroanleihen etwas erhöht, ohne das Niveau unserer Benchmark entsprechend zu erreichen.
Claudia Barth:
Danke für diesen Rückblick, Thomas. Rückblick ist natürlich gut, aber wir müssen ja auch nach vorne schauen. Somit die Frage an dich, kannst du uns auch einen Ausblick für die Zinsmärkte geben?
Thomas Scharf:
Ja, Claudia, wie schon gesagt, gehen wir von eher strukturell höheren Rendite-Levels aus. Bei Euro Anleihen, glauben wir zunächst, so eine Art Plateau erreicht zu haben und können uns auch leicht sinkende oder stabile Renditen für den Rest des Jahres vorstellen. Bei US Dollar Anleihen sind wir da eher vorsichtiger und bleiben auch in der Duration deutlich kürzer, als wir das in Europa planen. Unternehmensanleihen in Euroland sollten unserer Meinung nach ganz gut unterstützt bleiben.
Allerdings sehen wir die große Attraktivität auf der Anleiheseite für den Rest des Jahres und meiner Meinung nach auch deutlich darüber hinaus eher bei den Schwellenländeranleihen in ihren jeweiligen lokalen Währungen. Und daher planen wir diese, wo wir schon allokiert sind, entsprechend auch weiter aufzustocken und auszubauen, um von den Renditevorteilen entsprechend profitieren zu können.
Claudia Barth:
Da bleibt mir nur noch, euch allen danke zu sagen für die spannenden Rück-, Ein-, ja und auch Ausblicke und Ihnen natürlich, liebe Zuhörer, Zuhörerinnen, vielen Dank auch für Ihr Interesse an diesem Format, das wir im Übrigen heute so zum ersten Mal angeboten haben. Und nachdem uns natürlich wichtig ist, dass Sie sich immer informiert fühlen und wir unseren Service auch kontinuierlich verbessern wollen, würden wir uns über Feedback freuen. Den Link dazu gibt es im Nachgang zu dieser Aufzeichnung. Bleiben Sie gesund und auf bald.