
Richtig vererben.
Machen Sie Ihr Testament – aber richtig.
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten:
Warum eine gute Planung so wichtig ist
Ob Geld, Immobilien, Unternehmen oder Versicherungen – Vermögen ist oft komplexer, als man denkt. Je größer und vielschichtiger es ist, desto schwerwiegender können Fehler bei der Vererbung sein. Unklare Regelungen führen häufig zu Streitigkeiten unter den Erb:innen oder zu finanziellen Nachteilen, etwa durch unnötige Steuerbelastungen.
Eine klare und rechtssichere Nachlassplanung hilft:
- Streitigkeiten unter Angehörigen zu vermeiden
- Vermögen gezielt zu übertragen
- steuerliche Spielräume optimal zu nutzen
Zentral ist dabei die Frage: Was passiert im Ernstfall – und sind alle darauf vorbereitet?
Steuerliche Gestaltung frühzeitig nutzen
Durch frühzeitige Planung lassen sich häufig Steuern optimieren, z. B. durch:
- Schenkungen zu Lebzeiten
- Nutzung von Freibeträgen (alle 10 Jahre möglich)
- gezielte Vermögensverteilung
Ohne Planung können unnötige Steuerbelastungen oder Liquiditätsengpässe entstehen.
Wenn Sie nicht genau wissen, was Sie haben, können Sie keine klaren Regelungen treffen.
Gehen Sie schrittweise vor und machen Sie eine ganzheitliche Bestandsaufnahme.

Dr. Miehler nennt ein Beispiel aus der Praxis: „Viele Ehepaare glauben, dass ihnen die Immobilie gemeinsam gehört, weil sie verheiratet sind. Plötzlich stellt sich heraus, dass nur der Mann im Grundbuch eingetragen ist.“ Bei der Abfassung des Testaments liegt es daher nahe, sich bei der Formulierung rechtzeitig von Rechts- und Steuerexpert:innen unterstützen zu lassen.
Fachanwalt für Erbrecht in München
Besonderheiten moderner Lebensrealitäten
Das gesetzliche Erbrecht berücksichtigt häufig noch klassische Familienbilder.
In der Realität gibt es jedoch:
- Patchwork-Familien
- unverheiratete Paare
- komplexe Vermögensstrukturen
Ohne individuelle Regelung kann es passieren, dass:
- gewünschte Personen leer ausgehen
- Vermögen anders verteilt wird als beabsichtigt
Eine individuelle Nachlassplanung ist daher oft unerlässlich.

Merkliste: Das gehört in eine Notfallmappe.
Ziel der HVB Notfallmappe ist es, die Belastung durch die Nachlassabwicklung so gering wie möglich zu halten. Sie dient ferner als Nachschlagewerk, Informationsspeicher und Leitfaden, wer im Ernstfall zu informieren ist und welche Unterlagen dazu erforderlich sein können.
Die Notfallmappe ist wie folgt gegliedert:
• Allgemeines und persönliche Daten
• Regelungsbedarf im Todesfall
• Versicherungen
• Verbindungen zu Geldinstituten
• Immobilienstatus
• Beteiligungen und Fonds
• Sonstige Vermögensgegenstände
• Bürgschaften
• Sonstiger Regelungsbedarf
Doch zunächst sollten Erblasser:innen von Anfang an überlegen, ob es nach ihrem Tod zu einem Streit ums Erbe kommen könnte und wie sie dies durch klare Regelungen weitestgehend ausschließen können. Dafür ist erst einmal ein Überblick über das eigene Vermögen wichtig. „Doch Erblasser:innen haben häufig keinen Überblick über ihre Situation“, sagt Dr. Andreas Miehler, Fachanwalt für Erbrecht in München.
Komplexe Vermögensverhältnisse regeln.
Wenn ein:e Erblasser:in nur über eine Sparanlage von 50.000 Euro verfügt und diese seinem einzigen Kind hinterlässt, muss er nicht großartig planen. Zudem liegt der Wert des Erbes weit unter dem Freibetrag von 400.000 Euro für die Erbschaftsteuer.

"Je größer und komplexer das Vermögen eines:einer Erblasser:in ist, desto schwerwiegendere Fehler können gemacht werden."
Steuerberater und Partner bei der Steuerberaterkanzlei Peters, Schönberger & Partner in München
Komplizierter wird es, wenn neben dem Bargeld nichtliquide Vermögenswerte vererbt werden. So muss der Wert bei einer Immobilie erst einmal ermittelt werden. Wie soll eine Immobilie gerecht aufgeteilt werden, wenn es mehr als eine:n Erb:in gibt? Die Erbschaft einer Immobilie kann zudem zu unliebsamen Überraschungen führen, wenn eine hohe Erbschaftsteuer fällig wird, die das Erbe schließlich schmälern würde. Diese Steuern würden sich die meisten gern sparen.
„Es lohnt sich, bereits zu Lebzeiten über mögliche Alternativen wie Schenkung oder Nießbrauch nachzudenken. Hier kann man gestalterisch eingreifen“, erläutert Dr. Thomas Fritz.

Merkliste: Vermögensnachfolgeplanung
Diese Fragen sollten Sie sich stellen:
- Welche wirtschaftlichen Auswirkungenhätte ein Erbfall in der Familie auf die Hinterbliebenen?
- Ist ausreichend Liquidität vorhanden, um Erbschaftsteuer und Pflichtteilforderungen zu tragen?
- Wer übernimmt vorhandene Verbindlichkeiten?
- Ist der Zugriff auf Konten und Depots für die Hinterbliebenen gewährleistet?
- Wie können die Erben sicher lebenslang versorgt werden?
- Und im Zeitalter der Digitalisierung immer wichtiger: Was wird aus Benutzerkonten und Daten im Internet?
Nadine Rompf möchte Menschen für das Thema Nachlassplanung, finanzielle Vorsorge und Absicherung sensibilisieren.

„Jeder hat einen Grund, sich und andere abzusichern“, sagt sie. Dies betrifft Familien und eingetragene Lebenspartnerschaften ebenso wie Paare ohne Trauschein oder Alleinlebende. Zwar mache sich keiner gern Gedanken über Tod, Unfall und Krankheit, aber sie betont: „Je früher man mit der Planung beginnt, desto besser.“
Stellung ?
Wer die emotionale Hürde überspringt, schafft für sich und Familienangehörige Sicherheit und Klarheit. Dabei geht es darum zu klären, woraus das Vermögen überhaupt besteht, wer davon was erhalten soll und was der optimale Weg zu diesem Ziel ist. Eine Möglichkeit ist die Vermögensübertragung durch eine Schenkung. Denn nach Ablauf von zehn Jahren sind Schenkungen innerhalb der persönlichen Freibeträge steuerfrei. Wer diese Frist mehrmals nutzt, kann Erbschaftsteuerlasten in erheblichem Umfang vermeiden.
Der letzte Wille sollte so abgefasst sein, dass der:die Erblasser:in durch klare Formulierung die Vermögensaufteilung eindeutig regelt. Durch fachliche Beratung kann er Fehler vermeiden und Steuern sparen.
Geld, Schmuck, Immobilien, Lebensversicherungen, Unternehmen – wenn jemand etwas vererbt, können beachtliche Vermögenswerte zusammenkommen. Zwar gibt es das Sprichwort „Blut ist stärker als Wasser“, doch bei Geld oder geldwertem Vermögen hört dann aber nicht nur unter Freunden, sondern auch in der Familie oft die Freundschaft auf. Erblasser:innen, die vermeiden wollen, dass sich die Erb:innen nach ihrem Tod wegen der Vermögensaufteilung zerstreiten oder Vermögen verloren geht, sollten ihre Vermögensnachfolge zu Lebzeiten eindeutig regeln und ihren Nachkommen das Erben erleichtern.
Unterschiedliche Themenbereiche stehen in enger Wechselbeziehung:

Es gilt dabei, die Balance zwischen den wirtschaftlichen, familiären, steuerklichen und rechtlichen Aspekten zu finden.
Gesellschaftsrecht schlägt Erbrecht.
So gibt es eine Menge rechtliche Aspekte zu beachten, die für den Rechtslaien oft kaum ersichtlich sind. Der Münchener Steuerexperte nennt einen anderen Fall: Jemand hat in jungen Jahren mit anderen zusammen eine Firma als Personengesellschaft gegründet und vor 30 Jahren einen Gesellschaftsvertrag gemacht. Heute hat er in seinem Testament geregelt, dass sein Sohn seinen Anteil der Firma erbt.
„Hier schlägt das Gesellschaftsrecht das Erbrecht“, so Dr. Fritz. „Wenn im Gesellschaftsvertrag steht, dass der:die rechtliche Nachfolger:in im Todesfall ausgezahlt wird und der:die Erb:in nicht in die Rechtsstellung des:der Altgesellschafter:in eintritt, wird das Ziel des Vaters, seinen Sohn als Firmeninhaber einzusetzen, nicht erreicht.“
Der:Die Expert:in kennt weitere, zahlreiche Beispiel, in denen Erb:innen plötzlich in Situationen kommen, die sie und der:die Erblasser:in nicht erwartet hatten. Zum Beispiel ist oft unklar, welches Erbrecht tatsächlich gilt. Etwa dann, wenn der:die Erblasser:in eine Finca auf Mallorca besitzt und dort überwiegend gelebt hat. „Hier gilt das spanische Erbrecht“, so Dr. Fritz.

Merkliste: Rechtliche Fußangeln.
Der Münchner Steuerberater Dr. Thomas Fritz rät den Betroffenen, sich stets die Fragen zu stellen:
- Welche Steuern fallen an, wenn ich nichts mache?
- Kann eine andere Vermögensaufteilung zwischen den Erb:innen zu einer Steuerersparnis führen?
- Kann eine Umschichtung in andere Vermögensklassen zu einer Steuerersparnis führen?
- Welche gesetzliche Änderungen stehen an, die zu anderen Steuerbelastungen führen könnten?
Und vor allem: sich fachlichen Rat zu holen. So können böse Überraschungen vermieden werden, zum Beispiel aufgrund von Formfehlern oder unklaren Formulierungen.



